Schädliche Auswirkungen einer verzögerten oder unvollständigen BCG-Protokollverabreichung nach transurethraler Tumorresektion bei Patienten mit nicht-muskelinvasivem Blasenkarzinom: eine systematische Übersichtsarbeit
Minerva urology and nephrology2026 Apr
Ettore DI Trapani, Arturo Lo Giudice, Elio Mazzone, Paolo Dell'oglio, Gabriele Sorce, Stefano Luzzago, Francesco A Mistretta, Giovanni LA Croce, Mattia Piccinelli, Dario DI Trapani, Marco Moschini, Antonio Galfano, Francesco Montorsi, Alberto Briganti, Firas Abdollah, Ottavio DE Cobelli, Gennaro Musi
Abstract
EINLEITUNG: Die Bacillus Calmette-Guérin (BCG)-Immuntherapie bleibt die Standardbehandlung für Patienten mit Hochrisiko-nicht-muskelinvasivem Blasenkarzinom (NMIBC). Obwohl die Leitlinien der European Association of Urology (EAU) empfehlen, die BCG-Behandlung spätestens 4-6 Wochen nach der transurethralen Resektion von Blasentumoren (TURBT) zu beginnen, sind Verzögerungen bei der BCG-Verabreichung aufgrund von Faktoren wie Zeitplänen für die pathologische Beurteilung, patientenbezogenen Problemen, Einschränkungen des Gesundheitssystems und Medikamentenengpässen nicht ungewöhnlich. Diese systematische Übersichtsarbeit zielt darauf ab, die Auswirkungen einer verzögerten BCG-Therapie oder unkonventioneller Schemata auf onkologische Ergebnisse zu bewerten und die beste Behandlungsoption für diese Patienten zu ermitteln. ERHEBUNG DER EVIDENZ: Es wurde eine umfassende Literaturrecherche in mehreren Datenbanken (PubMed, Scopus, Web of Science) für Studien durchgeführt, die von Januar 2010 bis heute veröffentlicht wurden. Nach dem Screening von 262 Publikationen wurden relevante prospektive und retrospektive Studien, systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen eingeschlossen. SYNTHESE DER EVIDENZ: Wir haben 14 Manuskripte gefunden, die verschiedene BCG-Schemata oder -Dosen bewerten. Nur zwei Arbeiten bezogen sich spezifisch auf die Verzögerung bei der Behandlung von Hochrisiko-NMIBC. Die Ergebnisse zeigen, dass Verzögerungen beim Beginn der BCG-Therapie über 6 Wochen hinaus mit schlechteren rezidivfreien Überlebensraten (RFS), progressionsfreien Überlebensraten (PFS) und krebsspezifischen Überlebensraten (CSS) verbunden sind. Die Evidenz für die Progression zu MIBC oder metastasierender Erkrankung bleibt jedoch nicht schlüssig, wobei nur wenige Studien einen potenziellen Einfluss nahelegen. Trotz dieser Verzögerungen scheinen selbst reduzierte Dosen oder verkürzte BCG-Regime ein gewisses Maß an Schutz vor Krankheitsprogression zu bieten. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Diese Übersichtsarbeit unterstreicht die Bedeutung der Einhaltung standardmäßiger BCG-Behandlungsschemata, um das Rezidivrisiko zu minimieren, und legt nahe, dass in Fällen unvermeidbarer Verzögerungen eine strenge endoskopische Nachsorge entscheidend ist und eine optimale Behandlung im Falle eines Krebsrezidivs angeboten werden muss. Weitere prospektive Studien sind erforderlich, um die Langzeitwirkungen einer verzögerten Therapie abschließend zu bestimmen.
Keywords
HumansUrinary Bladder NeoplasmsBCG VaccineAdjuvants, ImmunologicNeoplasm InvasivenessCystectomyAdministration, IntravesicalTime FactorsUrethraDrug Administration ScheduleNon-Muscle Invasive Bladder Neoplasms
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